Über mich

Neuanfang mit 47: Wie ich beschloss, nicht mehr perfekt sein zu müssen
Oder: Warum ich kündigte, um herauszufinden, was ich eigentlich will
Sieben Jahre lang habe ich als Mediengestalterin in Hannover in Teilzeit das geleistet, wofür andere Vollzeit brauchten. Ich fotografierte, gestaltete, betreute Kampagnen – und arbeitete mich still und leise durch alle Aufgaben, die im Marketing anfielen. Nur an eine Sache traute ich mich nicht heran: Social Media.
Zu kompliziert. Zu schnelllebig. Zu… jung.
Während ich Produktfotos perfektionierte und Webseiten gestaltete, schaute ich meiner zehn Jahre jüngeren Vorgesetzten über die Schulter, wie sie mühelos Instagram-Posts plante. Es sah so einfach aus. Und doch wollte ich nichts damit zu tun haben.
Als sie kündigte, wurde ich – ohne dass es je offiziell ausgesprochen wurde – zur Interims-Marketingleiterin. Die Anerkennung? Blieb aus. Stattdessen bekam ich in regelmäßigen Abständen junge Menschen vorgesetzt, die mit Social Media aufgewachsen waren und am liebsten zwei Karrierestufen auf einmal nehmen wollten. “Wir brauchen jemand Jungen, Frischen”, hieß es.
Ich war 40+, Teilzeit-Mama, zeitlich unflexibel. Und offenbar nicht mehr frisch genug.
Das Frustrierendste? Ich wollte lernen. Ich wollte mich weiterbilden. Aber als Mutter, die von Termin zu Termin hetzte, fehlten mir schlicht Zeit und Energie für private Weiterbildung. Während die jungen Vollzeitkräfte Schulungen bewilligt bekamen und sich aussuchen durften, was sie lernen wollten. Irgendwann konnte ich nicht mehr.
Im siebten Jahr – es muss wohl das verflixte siebte Jahr gewesen sein – platzte mir der Kragen. Als ich wieder einmal eine Neue einarbeiten sollte, die nach drei Monaten noch erwartete, dass ich ihr alles auf dem Silbertablett servierte, während sie so viel zu tun hatte, kündigte ich.
Ohne großen Plan. Einfach, weil ich wusste: So will ich nicht weitermachen.
Und dann geschah etwas Seltsames: Ich fühlte mich frei.
Zum ersten Mal seit Jahren hatte ich Zeit zu überlegen, wie die nächsten Jahre bis zur Rente aussehen sollten. Was ich eigentlich wollte. Nicht, was logisch war oder erwartet wurde.
Ich meldete mich für eine Social Media Weiterbildung an.
Ja, genau. Ausgerechnet das, wovor ich mich sieben Jahre lang gedrückt hatte.
Und weißt du was? Es war schwer. Ich fühlte mich dilettantisch. Meine ersten Versuche waren holprig. Die Angst, zu alt zu sein, zu langsam, nicht gut genug – sie war real.
Aber ich habe es durchgezogen. Heute, mit frisch abgeschlossener Weiterbildung, stehe ich hier und weiß immer noch nicht genau, wie mein beruflicher Weg aussehen wird.
Vielleicht bewerbe ich mich auf klassische Jobs. Vielleicht mache ich mich selbstständig als Fotografin. Vielleicht nutze ich diesen Blog, um über meine Fotoprojekte zu schreiben, über die Sinnsuche mit 47, über all die Themen, die Frauen wie uns in der Neuorientierung beschäftigen.
Ich weiß es noch nicht. Und das ist okay.
Denn das habe ich gelernt:
Es gibt kein “Ich kann das nicht”. Es gibt nur “Ich kann das noch nicht – bis ich es versuche.”
Man muss nicht perfekt sein, um Neues zu wagen. Man muss nicht alles durchgeplant haben. Man muss nicht mit der Muttermilch Instagram eingesogen haben, um heute damit zu arbeiten.
Man muss sich nur trauen, rauszutreten aus dieser unsichtbaren Mauer, die wir selbst um uns bauen. Aus dem “Dafür bin ich zu alt”, dem “Das können nur die Jungen”, dem “Ich als Teilzeit-Mama darf nicht zu viel wollen”.
Dieser Blog ist mein Raum, um genau darüber zu schreiben. Über Neuanfänge mit 40+. Über die Suche nach dem eigenen Weg. Über Fotografie und Kreativität. Über das Leben zwischen “nicht mehr dort” und “noch nicht da”.
Vielleicht bist du in einer ähnlichen Phase. Vielleicht suchst du auch gerade, überlegst, zweifelst.
Dann bis du hier richtig.
Das also bin ich.
Irgendwo zwischen “nicht mehr dort”
und “noch nicht da”.
Falls du mehr über mich wissen möchtest:
Ein paar Fakten

Ich bin Anne, 47, lebe mit meinem Mann und unserem 11-jährigen Sohn in Hannover.
Von Haus aus bin ich Mediengestalterin mit einem Magister in Angewandten Kulturwissenschaften – den ich zwar erfolgreich abgeschlossen, aber nie beruflich genutzt habe, weil ich lieber praktisch arbeite als nur theoretisch.
Was ich fotografiere: Menschen. Gesichter. Emotionen. Ob auf Hochzeiten, in unbeobachteten privaten Momenten oder für Bewerbungsfotos – mich interessieren echte Menschen mit echten Momenten.
Was ich an Social Media jetzt anders sehe: Nach meiner Weiterbildung habe ich verstanden: Social Media ist tatsächlich ein weites Feld für kreatives Arbeiten. Der Content Creation-Teil, das Visuelle, das Geschichten erzählen – das macht mir Spaß.
Nur das “Verkaufen” bereitet mir noch Bauchschmerzen. Dieses marktschreierische “Schau, wie toll ich bin!” liegt mir nicht. Vielleicht werde ich lernen, damit umzugehen. Vielleicht finde ich einen anderen Weg.
Was ich nicht mag: Mich selbst anpreisen zu müssen, oberflächliche Gespräche ohne Substanz, die Erwartung, immer einen Plan haben zu müssen.
Was ich tue, wenn ich nicht arbeite: Ich denke viel nach. Manchmal zu viel. Warum mich bestimmte Menschen triggern. Über mögliche Fehler, die ich begehen könnte und warum ich davor so viel Angst habe.
Ich versuche herauszufinden, wie ich entspannter mit allem umgehen kann. Klappt mal besser, mal schlechter.
Was du hier findest: Fotoprojekte und kreative Experimente. Gedanken über berufliche und persönliche Neuorientierung mit 40+. Ehrliche Einblicke in die Suche nach dem eigenen Weg. Themen wie Karrierewechsel, Vereinbarkeit von Familie und Neustart, und Social Media ohne Selbstvermarktungszwang.
Keine fertigen Antworten. Keine Schritt-für-Schritt-Anleitungen. Nur ehrliche Beobachtungen und der Versuch, meinen Weg zu finden.
Wenn dich das anspricht, schau gerne in meinen neuesten Beiträgen vorbei oder schreib mir.